Das ist meine Patenhündin Pan!

Meine Patenhündin Pan

Die kleine Terriermixdame ist wahrscheinlich um die sieben Jahre alt, sehr aufgeweckt und agil und dreht ihre Ohren wie überdimensionierte Satelittenschüsseln immer aufmerksam in alle Richtungen. Sie sieht also nicht nur verdammt niedlich aus und kommt gut mit Katzen, ruhigen Kindern und anderen Hunden aus, sondern ist bei vertrauten Menschen auch noch verschmust und liebt Kuscheleinheiten in ihrem Körbchen im Büro. Trotzdem sitzt sie seit bald zwei Jahren im Tierheim Lüneburg und findet kein Zuhause. Wie kann das sein?

Das kleine Leichtgewicht (20 cm/ 5 kg) kam Anfang 2018 als Fundhund ins Tierheim. Zuerst dachten alle, dass sie nicht lange bleiben würde, denn kleine, nette Hunde haben erfahrungsgemäß eine große Chance, schnell neue Menschen finden zu können. Doch nach zwei Wochen stellte sich heraus, warum sie wahrscheinlich ausgesetzt worden war: ganz plötzlich hatte sie ihren ersten epileptischen Anfall, bei dem sie sich auch eingepinkelt hat. Diese Anfälle häuften sich dann auf bis zu vier an einem Tag – sehr schnell wurde Blut abgenommen und „Pan“ auf Tabletten eingestellt. An der Dosis musste in letzter Zeit immer wieder nachjustiert werden, so dass die Tierheimmitarbeiter jetzt lange keinen Anfall mehr erlebt haben. Alle hoffen, dass sie jetzt bei einer guten Medikation angekommen ist.

Doch es gibt eine Spätfolge der Epilepsie: Pan hat wahrscheinlich die Epilepsie mit Angstgefühlen verknüpft. Ist eine Situation neu und unbekannt für sie, dann wird aus einer leichten Unsicherheit deshalb schnell Panik und sie erleidet regelrechte Angstattacken. Sie hat aber für sich einen Weg gefunden, diesen Attacken vorzubeugen: ist im Tierheim eine Situation neu oder überfordernd für die kleine Hündin, dann zieht sie sich von alleine zurück und wartet ab, bis die fremden Menschen gegangen sind oder wieder Normalität und Routine eingekehrt ist. Diesen Freiraum sollte man ihr unbedingt lassen und sie nicht bedrängen, damit sie sich selbst an unbekannte Situationen langsam gewöhnen kann und es gar nicht erst zu einem Anfall kommt.

Unser Steckbrief für die perfekten Pan-Menschen sieht also folgendermaßen aus:

  • Pan sucht ein wirklich sehr besonderes Zuhause: sie braucht Menschen, die sich von ihrer zu Beginn etwas distanzierten Art nicht abschrecken lassen, sondern ihr Zeit geben, sie kennenzulernen. Das bedeutet, dass wir Menschen für sie suchen, die sich schon am Anfang viel Zeit für sie nehmen und oft ins Tierheim kommen können, damit man sich immer besser gegenseitig kennen- und hoffentlich lieben lernen kann.
  • Voraussetzung für ein passendes Zuhause wären sehr geregelte Tagesabläufe und wenig Hektik im Haus – also am besten Menschen, die ruhig ihren Alltag gestalten, in dem viel Routine herrscht und bei dem sie Prinzessin sein darf. Ein Beispiel, um besser verstehen zu können, warum Pan diese Ruhe braucht: am Anfang war sie bei einem Kollegen als Pflegestelle untergebracht, aber die täglichen Arbeitswege, das Hinein- und Hinausheben aus dem Auto waren für sei ein so großer Stressfaktor, dass sie sich immer mehr in sich zurückgezogen hat und deshalb heute nicht mehr beim Kollegen, sondern als Bürohund im Tierheim lebt. Ideal wären also Selbständige, die von Zuhause aus arbeiten oder Menschen im Ruhestand für Pan als zukünftige Besitzer geeignet.
  • Pan kann gut mit Katzen im Haus leben, auch andere Hunde oder Kinder wären theoretisch kein Problem – wenn es sich um ruhige Kandidaten handelt. Könnte man sie fragen, würde sie aber wahrscheinlich „Einzelkind“ auf ihrem Wunschzettel ankreuzen.
  • Hat sie Vertrauen gefasst, dann lässt sie Kuscheleinheiten sehr gerne zu – aber der Weg dahin ist lang, in ihr Herz hat sie bislang nur wenige Mitarbeiter und eine Ehrenamtliche einziehen lassen. Hier ist unbedingt Geduld und Einfühlungsvermögen – und ein paar Leckerlis gefragt.

Ich würde mich wie wahnsinnig freuen, wenn ich auf diesem Wege ein neues Zuhause für die kleine Hündin finden könnte – diesen Beitrag könnt ihr deshalb sehr gerne teilen oder Euch direkt beim Tierheim melden: info@tierschutzverein-lueneburg.de.
Ich danke Euch für Eure Unterstützung!